Hella Neddermeyer (1927 - 2016)

 

hat sich bereits mit ihrer Publikation „Damals in der Quickborner Heide“ zu einer Zeit um die „oral history“ von Quickborn bemüht, als die Geschichtswerkstatt noch nicht gegründet war. Nachdem diese Gründung 1991 erfolgt war, hat sie ihr Wissen und ihre Erfahrung im Umgang mit mündlich oder schriftlich überlieferter Geschichte, hat sie ihre Zeit und Kraft in den Dienst der Arbeit dieser Einrichtung der Volkshochschule der Stadt Quickborn gestellt.

Weitere Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt wurden von ihr verfasst oder gehen auf ihre Initiative zurück, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass es keine Veröffentlichung der Geschichtswerkstatt gibt, an der sie nicht maßgeblich mitgearbeitet hat. Ihre plattdeutschen Lesungen, oft zusammen mit Pit Dwinger, werden allen, die sie miterleben durften, unvergessen bleiben.

Damit hat nicht nur die Geschichtswerkstatt, sondern hat die Volkshochschule, hat die Stadt Quickborn ihr viel zu verdanken: das Bewahren der persönlichen Erinnerungen von Einwohnerinnen und Einwohnern für die nachfolgenden Generationen, das Zusammentragen, Verknüpfen und schriftliches Niederlegen von verstreuten schriftlichen Zeugnissen zu einem bestimmten Thema und nicht zuletzt das Wecken von Interesse an der Vergangenheit Quickborns bei vielen Menschen. Sie nimmt damit einen bleibenden Platz in den Annalen der Stadt Quickborn ein.

Ihr Engagement wurde am Tag des Ehrenamtes 2003 durch die Stadt Quickborn gewürdigt.


 

Hans Meier wurde 1999 Mitglied der 1991 gegründeten Geschichtswerkstatt. Er besaß damals schon umfangreiches Material zur Geschichte von Quickborn und Quickborn-Heide. Er konnte aus eigenem Erleben während seiner Kinder- und Jugendjahre in dem damals noch unerschlossenen Heidegebiet erzählen. Das Industriebrachland, zu dem „die Heide“ nach der Schließung der Munitionsfabriken geworden war, diente ihm und seinen Freunden zum nicht ungefährlichen „Abenteuer-Spielplatz“ im eigentlichen Sinne des Wortes.

 

Dazu kam, dass Hans Meier viele Menschen kannte. Und er ging auf sie zu, „schnackte“ mit ihnen und erfuhr so viele Einzelheiten und persönliche Erlebnisse aus der Zeit der frühen Besiedelung der Heide. Episoden dieser Zeitzeugenberichte flossen später in seine Schriften ein. (1958 - 2016)

                         (1958 - 2016)

 

Das 50jährige Bestehen „seiner“ Schule, der „Waldschule“, würdigte er mit einer umfangreichen Ausstellung im Jahre 2001.Zusammen mit Werner Berg erarbeitete er die Ausstellung zum 20.Jahrestag der Eröffnung der EFA, der EinFamilienhausAusstellung“ im Jahr 1984. 

Viele Schriften der Geschichtswerkstatt sind Hans Meier als Urheber oder als maßgeblichem Ko-Autor zu verdanken. Und sie haben von seinem Können auf dem Gebiet des Layout profitiert – wie auch der „Torfbahn-Flyer“ und die Hinweisschilder auf dem Torfwanderweg. Seine profunden IT-Kenntnisse stellte Hans Meier zudem als Webmaster für die Geschichtswerkstätten Quickborn  und Hasloh sowie für die „Zeitzeugen“ unter Beweis.

Eine Krönung seiner Arbeit sah nicht nur er in dem „Quickborner Bildermuseum“ - einer Idee, die er mit großem Arbeitseinsatz verwirklichte.

Und noch etwas verdient erwähnt zu werden: in regelmäßigen Abständen besuchte Hans Meier Bewohnerinnen und Bewohner in einem Quickborner Seniorenheim, um sich mit ihnen über ihre Erinnerungen zu unterhalten.

Dass Hans Meier 2011 am Tag des Ehrenamtes von der Stadt Quickborn ausgezeichnet wurde, war eine verdiente Würdigung seines vielseitigen ehrenamtlichen Engagements.

Hans Meier hat ein Vermächtnis hinterlassen.

 

Die Geschichtswerkstatt Quickborn hat ihm viel zu verdanken - und er wird bei ihrer weiteren Arbeit sehr fehlen.


 

Die Arbeitsgruppe um Christel Papier sah sich vor eine große Herausforderung gestellt:

was wurde von ihr erwartet? Bestimmte Vorgaben wurden ihr nicht mit auf den Weg gegeben.

Man traf sich im Wohnzimmer der ersten Leiterin der Geschichtswerkstatt, um Ideen

und Vorschläge zu sammeln.

 

Das Ergebnis war das „Quickborner Lesebuch“, das 1995 veröffentlicht wurde: die

 

Geschichte Quickborns im 20. Jahrhundert in Geschichten“.

Dieses Buch ist bis zum heutigen Tage eine spannende Lektüre für alle,

die etwas wissen möchten darüber, wie sich Quickborn zu dem entwickelt hat, was es heute darstellt.

 


Ehrentraud Römelt (1932 - 2006)

 

Im Herbst des Jahres 1995 übernahm Ehrentraud Römelt die Leitung der Geschichtswerkstatt.Auf die Frage: „Was bleibt für uns nach dem großartigen Auftakt?“ fanden die Teilnehmer schnell eine überzeu-gende Antwort. Es gab viele Einzelthemen, denen es sich nachzugehen lohnte, die eine ausführliche Bearbeitung erforderten.

So entstanden viele Einzelschriften, oft in Verbindung mit einer Ausstellung, zu den Themen:

▪ Quickborner Ansichten

▪ Die Pinneberger Straße

▪ Die Kieler Straße

▪ Die Siedlungsgeschichte der Quickborner Heide (I und II)

▪ Die Oelting-Siedlung im Dichterviertel

▪ Die AKN - von der Torfbahn zum Pendlerzug

▪ Gefangene im Himmelmoor während des Zweiten Weltkriege

▪ Mensch und Moor

▪ Handel, Handwerk und Gewerbe in Quickborn

▪ Geschichten aus dem alten Quickborn

Das 25jährige Stadt-Jubiläum Quickborns wurde zum Anlass für einen Kalender mit historischen und

neuen Aufnahmen derselben Orte in Quickborn; die erklärenden Texte wurden in hochdeutsch und plattdeutsch verfasst.

Ein großes Anliegen von Frau Römelt war die Pflege der Partnerschaft mit der Stadt Malchow in Mecklenburg- Vorpommern, an deren Begründung durch Bürgermeister Gert Willner (1974 - 1992) sie als Amtsleiterin maßgeblich beteiligt war. Sie wurde darin tatkräftig unterstützt von Emil Ehrenstein. Sie organisierte Fahrten zur Teilnahme von Mitgliedern der Geschichtswerkstatt am Malchower Volksfest, und 10 Jahre Partnerschaft mit Malchow wurden mit einer Ausstellung in beiden Städten gewürdigt.

Plattdeutsche Lesungen auf Initiative von Frau Römelt bereicherten das Eulen-und Schützenfestprogramm;

50 Jahre nach Kriegsende wurde ein „Buch des Gedenkens“ zusammengestellt mit den Namen aller Gefallenen und Vermissten aus Quickborn und Renzel, soweit sie vorliegen, und zwar der Kriege seit 1864.


In der Uniform eines Polizisten aus der Kaiserzeit mit Pickelhaube, Degen und weißen Handschuhen war er eine stadtbekannte Erscheinung, nicht nur in Quickborn, sondern auch in unserer Partnerstadt Malchow:

 

Pit Dwinger

 

der am 3. Dezember 2015 im 87. Lebensjahr verstorben ist.

 

Er führte den Schützenumzug in Quickborn und den Festumzug in Malchow an, zeigte sich am Familientag und beim Eulenmarkt z. B. auf dem Rathausplatz und kam mit den Menschen ins Gespräch.

Menschen waren sein Thema. Geboren und aufgewachsen im damals noch ländlichen Quickborn mit gerade einmal 3.000 Einwohnern, konnte er aus eigenem Erleben viele Geschichten über die Menschen, die dort lebten, erzählen: über die „Moorhexe“ z. B. und Dorothea Brinkmann, die eine Räucherkate betrieb dort, wo nunmehr die nach ihr benannte Dorotheenstraße verläuft.

 

Was er erlebt und was er von anderen erfahren hatte, veröffentlichte Pit Dwinger in Beiträgen für die Tageszeitung und in etlichen Schriften, die er als Mitglied der Geschichtswerkstatt – zu deren Gründungsmitgliedern er 1991 gehörte – verfasste. Unvergessen sein Einsatz als „Postillon d’amour“ in der Nachkriegszeit und sein Kampf gegen eine Tonne verkochter Schokoladenmasse bei „der Trumpf“.

Als Zeitzeuge besuchte er später Quickborner Schulklassen und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.Wenn ihn ein Thema gepackt hatte, konnte Pit Dwinger allerdings auch sorgfältig recherchieren, so für die Schriften „Pinneberger Straße“, „Handel, Handwerk und Gewerbe“, „Von der Funkstation zur Wetterwarte“.

Die Pflege der plattdeutschen Sprache war Pit Dwinger ein großes Anliegen. Einen Teil seiner Geschichten erzählte er denn auch auf Plattdeutsch. In öffentlichen Lesungen im Rahmen des Eulen- und Schützenfestes und als Teilnehmer beim plattdeutschen Schreibwettbewerb des Nordens „Vertell doch mal“ brachte er die vom Untergang bedrohte Sprache den Menschen näher.

Im Jahr 2007 würdigte die Stadt Quickborn am Tag des Ehrenamtes das verdienstvolle ehrenamtliche Engagement dieses Quickborner Urgesteins.

Pit Dwinger hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird.

 

Aber er wird unvergessen bleiben – er hat sich selbst ein Denkmal gesetzt.