Vorwort

Seit der Gründung der Geschichtswerkstatt im Jahr 1991 haben die Mitglieder der GWS 20 Schriften zu unterschiedlichen Themen erarbeitet und diese in vielen Ausstellungen und Vorträgen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Rechtzeitig zum Jubiläum Quickborns im Jahr 2023 entstand der Gedanke, die Fakten zur Geschichte der Kommune in einem Band zu sammeln. Daraus ist das Nachschlagewerk

„Quickborn – 700 Jahre Ortsgeschichte“

entstanden, das im Herbst 2021 veröffentlicht werden konnte.

Von Anfang an war klar, dass aufgrund neuer Dokumentfunde Ergänzungen und Korrekturen notwendig werden würden. Doch eine Print-Neuauflage ist aufwändig; dazu kommt die Überlegung, dass jüngere Generationen ihre Informationen eher aus dem Internet als aus Büchern beziehen.

Daher wird  das Nachschlagewerk nunmehr auf der Homepage  der GWS veröffentlicht – in der Hoffnung, auf diese Weise einen größeren Personenkreis erreichen zu können, und mit der Möglichkeit, jederzeit Ergänzungen und Korrekturen einarbeiten zu können.

 

Alle Fotos sind willkürlich aus unserem umfangreichen Archiv gewählt worden, zu dem auch das Bildarchiv von Herbert Lau gehört. Am Ende des Nachschlagewerks finden sich die Quellenangaben.

Die unterschiedliche Schreibweise einiger Eigennamen erklärt sich damit, dass sie sogar in amtlichen Dokumenten in unterschiedlicher Schreibweise erfasst worden sind.

 

Anmerkung: ">" ist ein Hinweis auf Begriffe, für die es einen weiterführenden Eintrag gibt. Man erreicht sie mit Scrollen, das Programm lässt leider ein Verlinken der Begriffe nicht zu.

 

Ca. 800 Stichworte, letzte Bearbeitung:  2. Dezember 2022,   IL/ RT

 

Quickborn, Oktober 2022                                              Rudolf Timm                      Irene Lühdorff

 

   

 

 A

 

Abendmahlskelch, ältester Kunstgegenstand der >Marienkirche, norddt. Goldschmiedearbeit mit der Inschrift: “anno dni 1519 desse kelck hort marien to quick borne.” Hinweis auf die >Marienkapelle. Ein weiterer Kelch von 1522 ist erhalten

Abgaben. 1464 erfassen die ältesten Steuerlisten im Pinneberg-Hatzburger Register Abgaben aus Quickborn, die zu Michaelis, Lichtmess und Pfingsten zu entrichten sind, und den Kuhschatz.Sie gehören damit zu den ältesten >Namenslisten.

Abitur. Bis 1969/70 besuchen Quickborner Kinder die Gymnasien in Garstedt, Pinneberg, Bad Bramstedt und Hamburg, um A. machen zu können. 1977 finden die ersten Abiturprüfungen in Quickborn statt. 2001 wird G8 ein-geführt: das A. nach nur 8 statt 9 Jahren. 2017 Rückkehr zu G 9. Das >Elsensee-Gymnasium bietet 2020 nach wie vor beide Möglichkeiten an (Y-Modell).

Adlershorst, Wohnungsbaugenossenschaft, 1948 in Norderstedt gegründet, übernimmt 2001 die Wohnungsbau-genossenschaft Quickborn, vormalig >Bauverein Quickborn.

Adolf-Hitler-Straße, 1933 bis 1945 Name des >Harksheider Wegs.

Adressangaben, unbekannte, 1897-1935 in Adressbüchern aufgeführt, aber nicht eindeutig zuzuordnen: Am Försterberg, Am Hornweg, Krummannsweg, Landweg, Moorchaussee, Baracke Nr. 1, Ellerauer Weg, Mühle, Pin-nebergerweg, Reitershof, Saalweg, Himmelmoor.

Ärztezentrum, Ziegenweg 7, 1976 eröffnet. Initiator: Dr. Harald >Brenner (1922-2006); Architekt: Jochen >Voss. 1979 erweitert, nach 2010 umgebaut zum Gesundheitszentrum mit Apotheke. Nach 2012 Nutzung von Räumen u. a. durch >TuS Holstein Quickborn von 1914 e. V. und weiteren Ärzten.

Agrarmeteorologische Beratungs und Forschungsstelle des Deutschen >Wetterdienstes, berät 1988-1996 Land- und Forstwirtschaft, betreibt den >Phänologischen Garten auf dem Gelände der ehemaligen >Funkstation.

Ahlgren, Sven, Händler, erwirbt 1920 die südliche Scheune der vormaligen Hufe und Gaststätte >Schmidt’s Gasthof von dem Viehhändler Johannes >Rechter und betreibt eine Kohlenhandlung, Kieler Straße 93. 1922 wird der Schuhmacher Jochim Ferdinand Nagel Eigentümer. Er nennt sich Kohlenhändler und ist vermutlich mit Ahlgren Teilhaber der Firma Kohlenlager Hammonia GmbH. 1930 wird die Ww. Ahlgren als Kohlenhändlerin aufgeführt. Im November 1935 findet bei Nagel die Ausgabe von Kohle- und Kartoffelgutscheinen durch das Winterhilfswerk statt. Später wird die Scheune von den Firmen >Gewerkschaft Hausbach III, WITA (Willi >Tal-genberg) und anderen Unternehmen genutzt.

Ahnen, Katharina von (gen.Trina), gründet ~1880 eine Krämerei an der Bahnstraße 150; ab 1917 Paul und Em-ma Hoffert. 1920 wird Paul Hoffert als Gastwirt erwähnt, später betreibt er zusätzlich eine Kohlenhandlung.

Ahrendt, Johanna, Witwe, verkauft 1912 den von Andreas >Lohse gegründeten und von August Heinrich Ahrendt zum ersten sog. Colonialwaarengeschäft ausgebauten Hökerladen, Kieler Chaussee 51, an Heinrich >Mohrmann.

Ahrenkamp, historisches Flurstück zwischen >Kieler und >Pinneberger Straße, ehemals Standort der Quick-borner Tonindustrie Ernst >Rothe, Teil der Feldgemeinheit >Rethloh aus den Anfängen der Ortsentwicklung. A. ist Namensgeber der Straßen Ahrenskamp und Am Ahrensfeld.

AKE, Altona-Kaltenkirchener Eisenbahn-Gesellschaft, Bahnlinie. 1882 gegründet auf Betreiben des Torffabri-kanten H. G. >Nothnagel. 1884 auch unter finanzieller Beteiligung Quickborns fertiggestellt. Verlegung der Gleise auf dem Sommerstreifen am östlichen Rand der >Chaussee Altona-Kiel (CAK). Erster Quickborner >Bahnhof am >Mühlenberg. Bedarfs-Haltestellen: Elsensee, Schützenhof, Behrmann, 1890 Anschlussgleis der >Eisfabrik >Becker, 1898 Bau eines Zufuhrgleises der >Torfbahn zum Bahnhof. 1912 Umverlegung der Strecke auf eigenen Bahnkörper östlich des Ortskerns, um höhere Geschwindigkeit zu ermöglichen, gleichzeitig Bau eines neuen >Bahnhofs. 1915 Umbenennung von AKE in >AKN wegen Streckenverlängerung nach Neumünster.

AKN, Altona-Kaltenkirchen-Neumünster Eisenbahn GmbH, 1915 aus der >AKE hervorgegangen, umbenannt wegen der Streckenerweiterung nach Neumünster. 2011 wird ein 2. Gleis zwischen >Hasloh und Quickborn-Süd in Betriebgenommen.

Albern, Hermann, eröffnet um 1934 ein Kolonialwarengeschäft am >Harksheider Weg 46, nach dem Kriege nicht mehr erwähnt.

Albers, Dr. med. vet. Ernst, (1891–1979). 1921 erster niedergelassener Tierarzt in Quickborn, Kieler Straße 136, in einem Haus des Baumschulers >Twisselmann. A. ist 1929 Mitbegründer der NS-Ortsgruppe, 1929-1931 Ortsgruppenleiter der NSDAP und ab 1938 Mitglied der Reichstierärztekammer in Berlin, nach 1945 wieder in Quickborn tätig. 1967 praktiziert A. in der Kampstraße 49.

Alberti, Christian Friedrich Leopold, (1860–1930), Pastor in Quickborn 1890-1899 und 1890-1901. Grün-dungsmitglied der Spar- und Darlehnskasse Quickborn (>SpaDaKa), 1895-1899 deren Auf-sichtsratsvorsitzender.

Alberti, Magda, geb. >Scharlau,

Allgemeine Ortskrankenkasse, (AOK), 1884 gegründet, 1903 erstmalig erwähnt als zuständig für Quickborn, Renzel, Hasloh, Friedrichsgabe und Bilsen.  Vorsitzender: Johann Hink, Arbeitnehmervertreter: W. Brandt und W. Witt; Arbeitgebervertreter: H. Dyrßen. Spätestens ab 1926 bis 1935 Geschäftsstelle Kieler Chaussee 119, Rechnungsführer Heinrich Sahling. 1949 Geschäftsstelle Walter Kahle, Am Mühlenberg 9. Später Verwal-tungsstellen der AOK Pinneberg an verschiedenen Standorten.

Alte Bahnhofstraße, 1884-1912 erste >Bahnhofstraße, später:  >Am Mühlenberg.

Alte Mühle (Wasser), 1710 erwähnt als Ohl Möhl, etwa Nähe >Ohlmöhlenweg/>Gronaubrücke, wegen des Mühlenzwangs vermutlich nur Grützmühle.

Alter Friedrich, ehemals Gaststätte ˃Weisser Hirsch, Friedrichsgaber Straße 103. 2020 geschlossen. 2022 als  Burger Lounge wieder eröffnet.

           >Abendmahlskelche               Die >AKE nähert sich von Süden, um 1900             Pastor >Alberti

Alter Hof, ursprünglich namenloser Feldweg mit >AKN-Bahnübergang zwischen der >Ellerauer Straße und dem späteren Justus-von-Liebig-Ring. Ab 1976 nach Aussiedlung der Hofstelle >Stehr zur Straße ausgebaut und an die >Boxholmstraße angebunden, gewidmet als A. und mit Wohnhäusern bebaut. 1982 Schließung des Bahn-übergangs und Widmung des östlichen Teils als >Lise-Meitner-Weg.

Alter Kirchweg, Straße von >Hasloh nach Quickborn, mündet 1791 am >Grote See in den >Mohlstedter Weg, ab 1832 in die >Chaussee Altona-Kiel. Der Name A. erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit Haslohs zum >Kirchspiel Quickborn und ist wohl in Hasloh entstanden, später übernommen für den Anteil Quickborns.

Am alten Sportplatz, Straßenname, Ursprung unklar, vor 1953 anlässlich der Bebauung des >Baumviertels in Eichenweg umbenannt.

Am Bach, 1915: Adressenangabe für Gebäude am Dorfbach >Hörnborn; nach 1945 nicht mehr verwendet.

Am Bahnhof, bis ca. 1915 Adresse für mehrere Gebäude in der Nähe des ersten Bahnhofs am Mühlenberg.

Am Berg, Stichstraße südlich des Steertmoorwegs, >Quickborn-Heide, benannt nach der 1748 als Foßberg ausgewiesenen Geländeerhöhung von 35,8 m ü/M.

Am Freibad, 2007 gewidmet nach Abtrennung eines Teils der >Feldbehnstraße.

Am Galgen, Flurname im Bereich >Ulzburger Landstraße/Kampmoorstraße, volksmundlich nach dem Galgen-berg genannten Gerichtsplatz des Gutes Kaden.

Am Hörn, Feldweg von >Renzel am >Weilhorn nach Hemdingen, Standort der ehemaligen Schäferei >Has-selbusch.

Am Klotzenmoor, ehemaliger Feldweg in >Renzel zwischen Dorfstraße und >Himmelmoor, nach dem histo-rischen Flurstück Klotzenmoor.

Am Mühlenberg,  Straßenname nach der als >Mühlenberg bekannten Geländeerhöhung, vorher >Alte Bahnfof-straße, davor ursprünglich >Bahnhofstraße.

           Am Mühlenberg, 1931                 Quickborn Apotheke,  um 1950                      Bad Sandfurt,1928

Am Seekamp, 1791 als Verbindungsweg von der späteren >Kieler Chaussee (Höhe Försterweg) nach Osten zum >Heidkamp kartografiert. Benannt nach dem anliegenden historischen Flurstück Seekamp nördlich des >Elsensees. Später zur Straße ausgebaut. Der AKN-Bahnübergang wird 1975 geschlossen.

Amt Quickborn, Amtsbezirk, konstituiert 1889. Der >Amtsvorsteher ist für alle „polizeilichen“ Angelegenheiten zuständig. 1911 gehören Quickborn, >Bilsener Brücke, >Bilsener Wohld, >Breedenmoorbrücke, >Dreibeeken, >Friedrichsgabe, >Gronau, >Hagedorn, Haslohfurt, Heidberg, >Himmelmoor, >Meeschensee, >Quickborn-Heide, >Renzel und >Seekaten zum A. 1936 wird >Hasloh angegliedert. A. wird 1948 von der Militärregierung abge-schafft.

Amtsdiener, Vollziehungsbeamter mit örtlicher Polizeigewalt, Trichinenbeschauer, Schädlingsbekämpfer. Vor 1893 Färber Friedrich >Rummel jun. erwähnt, ab 1899 wird der Sohn, Sattler Friedrich Rummel, Nachfolger. 1917 Berufung des Zigarrenarbeiters Hans Hinrich Kuhlmann zum A. Ab 1919 als Polizeisergeant bezeichnet mit ausschließlich örtlicher Befugnis.

Amts- und Gerichtsbote. 1740 Hans Rehder erstmalig erwähnt. Tätigkeit vermutlich später vom >Amtsdiener übernommen.

Amtsvorsteher, Amt 1948 von der Militärregierung abgeschafft.

An der Schmiede, Stichstraße von der Friedrichsgaber Straße in Höhe Nr. 14 nach Süden, benannt nach einer zum >Reitershof gehörenden Feldschmiede.

Apotheke, erste, 1914 eröffnet von Gustav >Wiese (*1869, † vor 1926), Kieler Straße 77. Nach seinem Tode anfangs vermutlich weitergeführt von seiner Witwe Anna, geb. Witt. 1936 handelsrechtlich eingetragen als Quickborn Apotheke Gustav Wiese, Inh. Hans Jenzen. Ab Januar 1939 pachtet Alfred Baar (†1969) die Apotheke. 1960 verlegt er sie in die Kieler Straße 73 a. 1969 wird sie von Detlef Schurbohm übernommen. Er zieht 1989 in die Villa des Gerbers Schmidt an der Kieler Straße 96 und nennt sie Pinnau-Apotheke.

Archiv der Geschichtswerkstatt. 1979 werden beim Umzug der Stadtverwaltung in das neue >Rathaus zahlreiche Akten aussortiert und vernichtet. Der Stadtarchivar Jürgen >Hühnke und andere Mitarbeiter können Teile des Bestandes sichern. Die Unterlagen werden dem >Geschichts- und Museumsverein überlassen. Nach seiner Selbstauflösung 1999 wird der Bestand zusammen mit Neueingängen der >Geschichtswerkstatt übergeben und von deren Mitgliedern gepflegt und genutzt. Seit 1994 ist die Position des Stadtarchivars unbesetzt.

Arbeiterwohlfahrt (AWO). 1946 Ortsgruppe Quickborn gegründet im >Volksheim (zuvor Armenhaus) auf Initiative von Agnes Dietz, Margarethe Riemer, Bertha Peters, Hanna Martens und Alfred Wollweber zur ehrenamtlichen Nothilfe innerhalb der Arbeiterschaft; eingegliedert in den AWO Kreisverband Pinneberg e. V. Erstes Projekt: eine Nähstube. 1970 initiiert Leni Schultz-Berndt die Seniorentreffen sowie den AWO-Kindergarten in der Villa >Len-schow, Theodor-Storm-Straße 59, (Villa Kunterbunt, später Zwergenvilla), später zusätzlich Theodor-Storm-Straße 29. 2019 übernimmt die AWO die Trägerschaft der Kita >Nordlicht, Zeppelinstraße 9. 2011 wird die Altenbegegnungsstätte in der Kampstraße 8 umbenannt in AWO-Treff.

Armbrecht, Emil, (1863-1933), Bauer am >Elsensee, Kieler Straße 4, erwirbt 1923 Liegenschaften (ohne den See) von Friedrich>Thörl. Ab 1933 Eigentum der Witwe Emma A., 1956 der Tochter Gretchen Mathilde Koch, 1971 von Klaus Mellmann, Landwirt.

Armenhaus, Armen-, Werk-, und Arbeitshaus, erbaut 1828 am >Bültenkamp (Ecke Kamp-/ Querstraße), ab 1852 Armen- und Bewahranstalt für Waisenkinder. Aus- und Umbau 1874 und 1889. 1914 >Warteschule, 1918 Kin-dertagesheim; beide z. T. von der >Donath-Stiftung finanziert. 1930: >Volksküche. 1937: Gustloffhaus: Tagungslokal der NSDAP, HJ- und BDM-Heim sowie NSV-Kindergarten. 1945: Volksheim, mit Volksküche unter der Leitung von Julius >Stubbe. Das danach als Kinderheim genutzte Gebäude brennt 1963 nieder, Abbruch 1964. Neubau 1965 und Standort der städtischen Kindertagesstätte, seit 2006: >Zauberbaum.

Armenverband (Gesamt-), 1871 gegründet von den Gemeinden Quickborn, >Garstedt und >Hasloh, mit Ar-menvertretern aus >Friedrichsgabe und >Renzel. Vorsteher: Johann Caspar Hinrich >Treder 1871-1883, Johann Nicolaus >Donath jun. 1883-1890, Ernst >Krüger 1890-1902, Heinrich >Lohse 1902-1911, Hans >Brammann 1911-1915, Hermann >Dölling 1925-1933, Philipp >Spilger ab 1933. Danach wird der A. aufgelöst und zum Fürsorgezweckverband.

Arrestlocal, 1894 eingerichtete Gefängniszelle im >Spritzenhaus.

Ausländerfest der kath. >Kirchengemeinde St. Marien. 1983 inauguriert von Pfarrer Heinrich Hülsmann (1937-2019) als Treffpunkt für Menschen aus verschiedenen Nationen.

Autobahn, (BAB 7 Hamburg-Kiel). Ab 1965 wird der Neubau des Autobahnabschnitts Schnelsen-Kaltenkirchen aus einem Büro im ehemaligen >Hegereiterhaus am Försterweg 1 und einer daneben zusätzlich errichteten Baracke technisch gesteuert und überwacht. Im Zuge der Bautätigkeit werden große Mengen Kies beiderseitig der Trasse entnommen, und es entstehen Fischzuchtteiche, Angel- und Freizeitseen. Durch falsche Inter-pretation der Pläne seitens der Gemeindeverwaltung wird die Brücke der >Ulzburger Landstraße über die A. zu schmal gebaut, was noch 2022 Probleme bei der Verkehrsführung verursacht. Die Vermarktung von Gewer-beflächen in der Nähe der Anschlussstelle Quickborn wird begünstigt, während die Verlagerung des Transit-verkehrs von und nach Skandinavien zum Verkehrsrückgang auf der >Kieler Straße führt. Nach Inbetriebnahme der A. (ab 1971, abschnittsweise) werden mehrere Tankstellen, Geschäfte und Handwerksbetriebe an der Bundesstraße 4 aufgegeben. 1974 wird die Autobahnmeisterei an der Abfahrt Quickborn fertiggestellt. Die bis-herige A-Meisterei an der Kieler Straße 7a wird zur Straßenmeisterei.

B

Backhaus, das älteste erhaltene B. von 1666 befindet sich an der Pinneberger Straße 51, nach Unfallschaden restauriert.

Bad Sandfurt, 1925 von Jasper >Schomacker erbautes Naturbad mit Restaurant am >Königsgehölz / Tang-stedter Straße 6, gespeist durch den >Holtkampsbek. 1934 nach Renovierung betrieben durch H. Blankenburg; nach 1945 nur noch Privatnutzung als Wohnhaus.

 Bahnhof Mühlenberg, ca 1894-99          Bancksche Kuhle, um 1930                   Bahnstraße 52, Foto 2018

Bäckerwagen, etwa ab 1920 zunehmend verbreitete Versorgung mit Brot und Backwaren, besonders in den Außenbereichen Quickborns. Außer der Rugenberger Mühle beliefern auch andere Bäcker und Höker ihre Kun-den regelmäßig mit Hilfe von Pferdekutschen. Noch bis in die 1990er Jahre fahren einige Bäcker mit Klein-transportern von Haus zu Haus.

Bahnhof, alter, 1884 eingeweiht mit Restaurant auf Gemeindegrund Mühlenberg nahe der >Gemeindesandkuhle. Erster Stationsvorsteher ist Jacob >Minck. Anfangs Torfanlieferung durch Fuhrwerke. 1898 Anschlussgleis der >Torfbahn und zunehmender Umschlag. 1900 erstes Telefon in Quickborn (Nr.1). B. wegen Streckenänderung ab 1912 stillgelegt und abgebrochen.

Bahnhof, neuer, 1912 erbaut im Zuge der Gleisverlegung außerhalb des Ortskerns, auf freiem Gelände am >Bül-tenkamp, dazu Aufschüttung der tiefgelegenen Fläche. Zwei Bahnsteige, Gaststätte, Güterschuppen, Fahr-zeugwaage, Verladerampe, Rottenunterkunft, >Ladestraße, Wassertank und Kioskanbau. Gleichzeitig entsteht die sog. >Fünf-Finger-Kreuzung. Der B. wird 2002 abgebrochen und ein Neubau als Teil des >Forums errichtet.

Bahnhofsgaststätte im neuen Bahnhof. 1912 erster Pächter H. Schulze, auch vereidigter Wäger; 1918 Heinrich >Behrmann; 1952 Alfred und Malitta Sellmann; 1970 Irma und Detlef Klingforth, 1999 Schließung.

Bahnhofs-Hotel, Bahnhofstraße 84-88. ~1915 erbaut von Carl >Kühl, (†1934, Suizid), Miteigentümer Heinrich >Grevsmühl. Wird nach dem Tode Kühls Eigentum des Viehagenten Hermann Heinrich Max Haß. Wirtin ist Meta Haß bis ~1953. Ab 1950 wird der Ausspann vom >TuS Quickborn von 1949 e. V. als Turnhalle genutzt.  Abbruch des Gebäudes 1961 und Bau eines mehrstöckigen Wohnhauses durch die Fa. Herr.

Bahnhofsplatz, Adresse der ehemaligen Geschäfte in den Arkaden der >Brandtschen Häuser, am Bahnhof.

Bahnhofsrestaurant im alten Bahnhof. 1884 erster Pächter Johann F. Chr. Grimm, gleichzeitig Eigentümer der Gaststätte >Holsteinischer Hof.

Bahnhofstraße

1. alte, von der >Chaussee Altona-Kiel zum ersten >Bahnhof am Mühlenberg. Nach 1912 umbenannt in >Alte Bahnhofstraße, danach erneut umbenannt in >Am Mühlenberg.

2. neue, 1912 südlich der >Kirche über Kirchenland neu angelegt, von der >Chaussee Altona-Kiel zum neuen Bahnhof, gleichzeitig Umbenennung der ersten B. in >Alte Bahnhofstraße.

Bahnstraße, ursprünglich >Scheideweg, ehemalige Grenze zwischen Quickborner und Kadener Gemarkung.

Bahnstraße 52, historische Reetdachkate, vermutlich 1790 als Altenteilerhaus für Cord Cords Hofstelle gebaut (1791 Erdbuch-Nr.73), die später als Hotel >Stadt Magdeburg, Bahnstraße 58, bekannt wird. 1880 wird die Kate als separate Immobilie für Johann Jürgen Bollmann abgetrennt. Ihm folgen als Eigentümer: 1883 Arbeiter Hans Bollmann, 1895 Arbeiter Hinrich Bollmann, 1907 Privatier Gottfried Groening, 1910 Arbeiter Jürgen Hinrich Wör-demann, 1922 Schuhmacher Wilhelm Christian Wördemann, 1940 Oberzollsekretär a. D. Hannes Barghusen; nach WK II Kohlenhandel Brandt. Danach mehrere unbekannte Besitzer. 2020 ist die Kate äußerlich wenig ver-ändert und optisch in gutem Zustand.

Ballauff, Werner, (1890-1973), Rittmeister a. D., erwirbt 1930 die >Fischzuchtanstalt am >Ohmöhlenweg und pachtet und/oder bewirtschaftet den >Eichenhof an der >Ulzburger Landstraße. B. ist Mitglied der NSDAP-Orts-gruppe Quickborn und Mitglied der SA, ab 1933 wird er hochrangiger Offizier der SS und ist zeitweilig Leiter des Konzentrationslagers Fuhlsbüttel. 1937 verkauft er seinen Besitz. Wird 1945 verhaftet und in England inhaftiert, 1947 nach Neuengamme überführt und 1948 entlassen.

Balleier, Heinrich, Privatier, Rentner, erwirbt 1892 mehrere Grundstücke von insgesamt ca. 4 ha am >Langen-kamp, Neuenkamp und Achtern See von dem Kaufmann Andreas >Lohse. 1912 gehen die Liegenschaften an den Sohn Ernst Heinrich B., Landmann, und seine Frau Catharina, geb. Lohse. 1913 verkaufen sie den größten Teil des Besitzes an den Investor Heinrich Meyer aus Wrist, der ihn wiederum an den Torffabrikanten Carl >Kühl veräußert. Einige kleine Parzellen werden für die neue Trasse von der >AKN gekauft. Vermutlich 1912/13 wird die sog. Villa Balleier am Harksheider Weg 26 erbaut. 1940 geht der Besitz an den Sohn Otto Balleier. Das Gebäude ist 2020 noch gut erhalten und bewohnt.

Balleier, Otto, Sohn des Landmanns Ernst Heinrich B., 1926-1930 Buchhalter in Quickborn. 1931 zum Propa-gandaleiter der NSDAP-Ortsgruppe ernannt und Korrespondent des Pinneberger Tageblatts, 1933 Vorstands-mitglied des >FC Holstein von 1920. 1946 Mitinhaber der Firma Dental-Depot Balleier & Dassel, inseriert 1964 als Dentaldepot, Harksheider Weg 26.

Banck, Christian, Landmann, Bauunternehmer, (1888-1979), beutet die >Bancksche Kuhle am Mühlengrund aus. Betrieb weitergeführt durch Sohn Walter (1926-2019), danach Enkel Andreas unter dem Namen Banck GmbH Straßen- und Tiefbau.

Bancksche Kuhle, Sandkuhle der Familie B. mit Zugang vom Mühlengrund aus. Mehrere steinzeitliche >Funde. Nach 1979 als Ergänzung zum >Sportpark Zentrum ausgebaut.

Barackenweg, nach einer um 1895 erbauten Baracke für Arbeiter der Fenstermanufaktur >Brokhahne, nahe >AKE-Haltestelle >Behrmann. 1948 umbenannt in >Wiesengrund.

Bargmann, Heinrich, >Nachtwächter, beantragt 1893 erfolglos die Einrichtung einer Knochensiederei und Ab-deckerei auf seinem Gelände >Im Sand 12. Das Grundstück wird 1913 Eigentum seiner Tochter Erna Kortum. Seit 1998 betreibt der Enkel Alexander Lipski dort das Privatmuseum >Luftschutzwarnamt 1.

Bartels, Max F., Pelztierzüchter, Marktstraße 30, betreibt 1949 seine Nerzfarm am Schulweg 30, nach 1968 auf-gegeben.

Bauernloch, volksmundlich für das Pinneberger Gefängnis aus der Zeit vor 1867. Manchmal verwechselt mit dem späteren Zuchthaus in Glückstadt.

Bauernverband (Orts-, Quickborn), 1947 nach der Zwangsmitgliedschaft im Reichsnährstand 1933-1945 von 80 Mitgliedern (ohne >Renzel) neu gegründet. Erster Vertrauensmann ist der Landwirt Ernst >Wrage.

Baugenossenschaft, Gemeinnützige Baugenossenschaft eGmbH Quickborn, 1921 von 22 Interessenten ge-gründet, versucht 1924 durch Verkauf von Losen Kapital aufzustocken, muss sie zurückkaufen und gerät in finanzielle Schwierigkeiten. 1926 werden zahlreiche Grundstücke der Flur >Bültenkamp im Bereich Querstraße und >Harksheider Weg ausparzelliert und bebaut. Die B. wird nach dem WK II nicht mehr erwähnt.

Baumlehrpfad, beim >Freizeitgelände, >Harksheider Weg. Seit 2008 pflanzen Rotarier zusammen mit Schü-lerinnen und Schülern der >Comenius-Schule den Baum des Jahres rund um den Freizeitsee. Tafeln nennen den dt. und lat. Namen des jeweiligen Baumes und informieren über dessen Herkunft und besondere Eigenarten.

Baumviertel, räumlich nicht geschlossenes Siedlungsgebiet etwa nördlich des Harksheider Wegs zwischen Jahnstraße und Birkenallee, 1929 teilweise von B. >Cierjaks erworben, parzelliert und 1933 an die Gemeinde verkauft. Ab 1946 fortlaufend bebaut. Die Straßennamen sind nach Bäumen gewählt.

Bauverein, Gemeinnütziger Bauverein eGmbH, Baugenossenschaft, 1949 gegründet. Errichtet Wohnquartiere u. a. an der >Marienhöhe, am >Erleneck, an der >Feldbehnstraße, der Kampstraße und am Kurzen Kamp. 1961 sind bereits 100 Einheiten geschaffen. 1993 Bau von Alten- und Behindertenwohnungen und der >Sozialstation an der Kampstraße. 1995 Erhöhung der Miethäuser an der Marienhöhe; ab 1997 Abbruch der Gebäude an der Feldbehnstraße 12-32 und Ersatz durch Neubauten >Am Freibad. 2001 Übernahme der in Wohnungsbauge-nossenschaft Quickborn umbenannten Gesellschaft durch >Adlershorst.

Becker, Julius Carl, (1850 – ~1910), Landwirt, Pferdezüchter, Unternehmer, 1876 erstmalig erfasst als 1/16 und 1/24 Hufner, Eigentümer des später so genannten >Elsensees. Er baut 1890 eine >Eisfabrik an der >Kieler Chaussee mit Anschluss an die >AKE über die sog. Beckersche Weiche. Ab 1910 Eigentum seiner Witwe Elsabe, geb. >Laage. 1916 verkauft Elsabe Schaub, verwitwete Becker, ihren Grundbesitz an Friedrich >Thörl.

Beckmann, Carl Christian Franz, 1876 ¼ Hufner, etwa Marktstraße 7, vermutlich identisch mit dem ab etwa 1874 erwähnten >Gemeindeerheber und Postagenten Carl B. 1879 wird er in amtlichen Dokumenten als Postagent bezeichnet. Er übereignet 1879 seine Hofstelle an Heinrich Dietrich Misfeld und wird Eigentümer der Liegenschaft des Zubauern und Sattlers August Thiele an der Chaussee Altona-Kiel 49 in der Nähe des ehemaligen >Posthofes. 1885 wird das Gebäude Eigentum des >Gendarmen Carl Hinrich Günther und seiner Ehefrau. Etwa ab dieser Zeit bis zur Aufnahme der Agentur durch Peter >Pahl wird ein Bahnpostwagen bei >Winters Gasthof eingesetzt.

Beckmann, Thomas, (*1961), >Bürgermeister ab 01.11.2022.

Behnck, Johann, (†1610). Kirchenjurat aus >Renzel, wird gegen Geldzahlung von Hand- und Spanndiensten befreit. In der ersten >Kirche beigesetzt.

Kate Wilhelm Behnkes, um 1930         Ehemalige Gebäude der Mühle Beste       Beckers Eisfabrik, um 1900

Behncke, Hans Hinrich, 1876 erfasst als 1/16 Hufner, >Quickborner Heide, auf der ehemaligen Hofstelle von Hans Hinrich >Michelsen, (1791 Erdbuch-Nr. 74), später Bahnstraße 72. 1889 geht der Besitz an Johann >Wählig.

Behnke, Henning, (1663 -1738), >Schulmeister in Quickborn 1693 -1738. Den >Kirchenbüchern zufolge ist er der wohl bedeutendste Schulmeister in Quickborn.

Behnke, Hinrich, († ~1814), erwirbt 1778 die 1/16 Hufe >Quickborner Heide im Kamp, später etwa Kiefernweg 66, von Jochim >Glissmann. 1791 erfasst unter Erdbuch-Nr. 81 als Hinrich Benicke mit einer Größe von ~16 ha und einem Viehbestand von 80 Schafen. 1814 wird seine Witwe Eigentümerin und übergibt 1817 den Hof an den Sohn Hans Hinrich (*1787). 1844 wird dessen Sohn Hans Hinrich Nachfolger. 1876 wird Hinrich B. als 1/16 Hufner erfasst. 1887 ist Johann Martin B. Hofnachfolger, ihm folgt 1932 der Bauer und Zimmermann Heinrich B. Später erfolgt die Widmung des >Behnkewegs zu Ehren der Familie B.

Behnke, Johann, Gastwirt, Postagent, erwirbt 1929 das >Café Petersen an der Marktstraße und nennt das Lokal >Zum Marktplatz. Es wird zum Stammlokal der >KPD-Ortsgruppe.

Behnke, Max, 1876 als Schmied und Zubauer am Klingenberg 21 erwähnt, 1893 Grobschmied Friedrich Ernst Rechter, 1901 Schmied Friedrich Ernst Boll, 1912 Schmied Heinrich Ernst Hoppe, ab 1914/15 Heinrich Helmuth >Jürs, Schmiedemeister, 1930 Huf- und Wagenschmiede, 1936 zusammen mit seinem Sohn Heinrich jun. er-wähnt. 1949 Hufbeschlag, Wagenbau und Kolonialwaren; nach Aufgabe des Betriebs um 1965 Übernahme durch KFZ-Meister Karl Litzlbauer († 2018) bis 2018.

Behnke, Wilhelm, (1875-1941), Bürstenmacher, gen. Blindenbehnk, kurz nach der Geburt erblindet. Er lernt das Handwerk des Bürstenmachers und das Spielen der Handharmonika in der Kieler Blindenschule, wohnt ab 1920 wieder in seinem Geburtshaus, in der Strohdachkate Pinneberger Chaussee 35. B. übt seinen Beruf bis zum Tod aus. Er gilt als humorvoller Unterhaltungsmusiker. 1942 erwirbt Willy >Hushahn die Strohdachkate. Sie wird 1977 durch seinen Sohn Hans-Jürgen komplett abgebrochen und durch Neubau mit Reetdach ersetzt.

Behnke, Wilhelm, (1887-1955), gründet 1920 eine Zimmerei an der Friedrichsgaber Straße 3, weitergeführt von Sohn Waldemar. 1985 Verkauf an den Mitarbeiter Norbert Lanz und Umfirmierung in Lanz Dachbau; 2022 noch tätig.

Behnkeweg, >Quickborn-Heide, benannt nach der dort ab 1778 ansässigen Bauernfamilie >Behnke.

Behr, Otto, Glasermeister, († nach 1984), betreibt 1949 eine Glaserei an der Kieler Straße 142. Er baut um 1953 ein Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 12, auf dem Grundstück der 1932 nach Blitzschlag abgebrannten Kate >Kock. B. verlegt sein Geschäft dorthin und vermietet Räume an Papier-Fink, Drogerie Renner und andere.

Behrmann, Heinrich, Bauer, verkauft 1918 seine Hofstelle in >Ellerau und ist 1918-1952 Pächter der Gastwirt-schaft am neuen >Bahnhof.

Behrmann, Hinrich, ½ Hufner, 1876 erfasst an der späteren Heinrich-Hertz-Straße 1. Ab 1880 wird die Hofstelle zum Spekulationsobjekt mit 11 verschiedenen Eigentümern bis 1928. Der Gerichtssekretär Karl Heinrich Kähler aus Pinneberg erwirbt den Hof jeweils 1880, 1899 und 1902. 1931 geht der Resthof an Johann Christian (IV) >Brockmann und wird 2003 abgebrochen.

Behrmann, Johann Nicolaus, (*1799), ½ Hufner am >Ahrenfeld, erhält 1835 die Schankkonzession für einen Krug an der neuen >Chaussee Altona-Kiel 55-59 und wird damit zum Gründer des später als >Sängerheim bekannten Lokals. Ursprünglich befand sich etwa an dieser Stelle für Jahrhunderte die Schmiedestelle der Familie >Wäbs (Wöbs). B. ist ab 1884 auch volksmundlicher Name der >AKE Haltestelle.

Behrmann, Wilhelmine, Tochter des Gastwirts und Hufners Hans Hinrich Schreck, Erbin der historischen Krug-hofstelle und Hökerei Schreck (>Am Bach), Schulstraße 21-23. Sie gibt um 1926 den Ausschank auf und vererbt den Hof später an die Tochter Emmy Wendt.

Belsemer Damm, Wegstück zwischen >Bilsener Brücke und dem Weg >Im Sand, wird ab 1832 Teil der >Chaussee Altona-Kiel.

Bendorf, Willi Hans, (1899-1952), ist nach einem Unfall auf dem Hof seiner Schwester durch eine Unter-schenkelamputation gehbehindert. 1928 - 1937 Fleischbeschauer und ab 1936 Bezirkskommissar der Landes-brandkasse, 1935-1945 Ortsgruppenleiter der NSDAP. Beim Einmarsch der englischen Besatzung lässt B. den Volkssturm auf höheren Befehl nicht mehr antreten. 1945 interniert, 1951 als Mitläufer eingestuft.

Bendorf, Georg Heinrich Wilhelm (1853-1925), Bauer, wird 1896 Eigne rder 1/16 Hufe von Friedrich Wilhelm Bonger an der >Marktstraße 9 und zwei weiterer Liegenschaften von Wilhelm Lohse. 1901 verkauft er den Besitz und wird Stellmacher. Der Sohn Willy  Hans (1899-1952) wird 1939 Ortsgruppenleiter der NSDAP. Der Sohn Heinrich Karl Wilhelm (1890-1958) gründet um 1830 eine Zimmerei in >Renzel.

Berckholtzstraße, benannt nach dem ältesten deutschen Feuerwerkshersteller, der 1966 seinen Betrieb von Hamburg-Ottensen an den nördlichen Ortsrand verlegt. 1975 nach Konkurs stillgelegt. Die B. wurde bis 1966 >Zigeunerweg genannt.

Berg, Carl, 1939 erwähnt als Landmann an der >Kieler Straße. Nach 1949 betreibt B. Carl jun. eine Werkstatt an der Kieler Straße 148 und spezialisiert sich auf VW Autos; später geht der Betrieb an die Firma Autohaus Elmshorn.

Beste, Gustav, Schlachter, (1881-1948), am Harksheider Weg etwa Nr. 128, Sohn des Gastwirts vom >Schüt-zenhof. Gewährt 1913 der Besatzung des >Zeppelins Sachsen nach dessen Notlandung Unterkunft. B. muss den Betrieb im WK I aufgeben. 1937 erwirbt er die (Wind-) >Mühle von Peter >Glissmann zusammen mit seinem Sohn Fritz (1910-1984) und lässt sie in demselben Jahr abbrechen. Die Betriebsgebäude an der Kieler Straße 34 werden danach mit Wohnungen ausgebaut.

Beste, Karl Friedrich Wilhelm, (gen. Fritz), ab 1890 Gastwirt des >Schützenhofs.

   Schmiede Bestmann, um 1910               Bilsener Brücke, Foto 2018              Gasthof  Bilsener Wohld, um 1930

Bestmann, Behrend, >Vogt von 1689 bis 1692, Schwiegersohn des Vogts Jürgen >Kudenholdt, übernimmt 1689 dessen Hofstelle.

Bestmann, Claus Peter, (*1830), Schmied und Hufner, Sohn des Schmieds Johann (I). B., wird 1876 erfasst mit ca. 20 ha Grund- und Hausbesitz an der Kieler Chaussee (etwa Nr. 99), gerät 1880 in Konkurs, und seine Ländereien gehen an Quickborner Bauern. Haus- und Gartenflächen werden von Johann Nicolaus >Donath jun. und Heinrich Bestmann (unbek. Verwandter) übernommen.

Bestmann, Jacob Friedrich, Schmied, erwirbt 1907 die Schmiede von Albert >Hannig, Kieler Chaussee 45, und verkauft sie 1911 an den Schmied Johann >Luther.

Bestmann, Johann (I), (1801-1856), kommt 1828 als Wandergeselle nach Quickborn und übernimmt eine Schmiede am >Hamburger Weg (später Chaussee Altona-Kiel Nr. 45). 1830 verlegt er den Betrieb an die noch im Bau befindliche Kieler Chaussee 116. Seine Nachfolger werden: 1856 der Sohn Johann (II) Jacob, 1899 der Enkel Johann (III) Wilhelm (1875-1966), der unter dem Namen Wilhelm firmiert, landwirtschaftliche Maschinen vertreibt und den Wohnhausanbau der Schmiede erneuert. Wilhelm betreibt ab 1921 auch Kfz-Reparatur und wird Brandmeister der >Feuerwehr. 1951 übernimmt sein Sohn Johann (IV) Robert (*1900) den Betrieb, 1966 folgt ihm sein Sohn Johann (V) Wilhelm. 1997 übernimmt dessen Sohn Jan die Werkstatt bis zur Aufgabe 2017.

Bestmann, Willi, Schmied, Sohn von Johann (III) Wilhelm Bestmann, arbeitet im Betrieb seines Vaters. Er grün-det um 1950 eine Tankstelle auf dem Grundstück Kieler Straße 114, später Aral-Tankstelle Uwe Boll bis 1970er Jahre.

Bethke, Ludwig, gründet 1912 eine Gärtnerei am Harksheider Weg 95. Ab 1978 zusätzlich Gartenbaubetrieb an der Ulzburger Landstraße 26. 1991 ist Heinz Bethke Inhaber beider Betriebe. Von seiner Tochter wird ein Betrieb unter dem Namen BOTANICA in der >Bahnhofstraße gegründet, später verlegt an den Langenkamp 48. Das Gelände und die Gewächshäuser an der Ulzburger Landstraße werden 2001 an den Modellbauclub RC-Glashaus e. V. in Quickborn verpachtet. 2021 werden die Gewächshäuser zum Kauf angeboten.

Betonwarenfabrik, >Rademacher, >Jörgensen.

Betreuungsschulen e. V., 1993 gegründet, richtet an den drei Grundschulen je eine Betreuungsklasse ein. Die schulpflichtigen Kinder der Mitglieder werden zwischen 7 und 15 Uhr in ihrer unterrichtsfreien Zeit pädagogisch betreut. Finanziell gefördert durch die Stadt und das Land.

Betriebswerke der Gemeinde Quickborn, 1928 gegründet, übernehmen die Stromversorgung von der Überland-zentrale (ab 1945 Schleswag) und bauen die Gasversorgung aus, später >Gemeindewerke genannt. Erster Leiter bis 1945 Detlef >Klingforth.

Beyersdorff, Sitrygg, (1934 - 2022), >Bürgervorsteher 1970 - 1974, Kreistagsabgeordneter 1970 - 1995, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Pinneberg. 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Bfh - Bildungs- und Förderstätte Himmelmoor GmbH, gemeinnützige Gesellschaft zur Rehabilitation und Inte-gration benachteiligter Jugendlicher unter 25 Jahren sowie zur Förderung und Betreuung von Menschen mit Be-hinderungen. Seit 2002 in den Räumen der ehemaligen >Funkstation, Heinrich-Hertz-Straße 20, tätig.

BHE, Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten, politische Partei, verfügt 1959 über zwei Mandate in der >Gemeindevertretung. Mit Stimmen der CDU wird Bernhard Kellerstraß zum >Bürgervorsteher gewählt. Bei der Wahl 1966 nicht mehr erwähnt.

Biehl, Hinrich, (1827-1890), 1876 als 1/16 Hufner erwähnt. 1891 wird sein Sohn Jochim, (1860-1939), Bäcker-meister und Landmann, Nachfolger und betreibt eine Bäckerei am Harksheider Weg 15. Jochim B. besitzt meh-rere Grundstücke und gilt als vermögend. Ab 1939 sind Elsa Charlotte Eggert, geb. Biehl, und Ehemann Gustav Inhaber der Bäckerei. 1955 wird Bäcker und Konditor Hermann Wilkens Besitzer. Danach bis 2020 Standort ei-nes Tierfuttermarkts.

Bielfeldt, Hans Holm, (1902-1973), Bauer, erwirbt um 1936 den sog. >Eichenhof an der Ulzburger Landstraße 239 von Werner >Ballauff. 1938-1945 ist B. Ortsbauernführer in Quickborn-Heide und 1937-1946 Mitglied des Aufsichtsrats der >SpaDaKa. 1948 verpachtet er den Hof an seinen Sohn Friedrich und ist selbst als Vertreter tätig. 1962 geht der Hof in den Besitz des Sohnes über und wird später von Willi Bahde übernommen. 2022 besteht der Hof noch.

Bielstein, Friedrich (1884-1864), Leiter der Feuerwehr-Blaskapelle und 1954-1954 Leiter des Volkshoch-schulorchesters, 1955 Dirigent des neu gegründeten Frauenchors "Harmonie", Dirigent der Hasloher Feuerwehr-kapelle.

Bilsener Brücke

1. >Pinnaubrücke zwischen Quickborn und Bilsen.

2. Ortsteil. 1832 Standort eines >Einnehmerhauses (1962 abgebrochen) an der >Chaussee Altona-Kiel. Ab 1878 in Karten als B. bezeichnet, 1903 im Adressbuch als zu Quickborn gehörende Einzelstelle genannt mit Gastwirt-schaft >Hagen und drei weiteren Haushalten.

Bilsener Wohld

1.Ortsteil Quickborns nördlich der >Pinnau. Die einst häufigen Grenzstreitigkeiten mit den hamburgischen Bil-senern werden 1710 durch Abschluss eines Vertrages beendet.

2. Gaststätte, ursprünglich namenloser Ausschank östlich der späteren >Chaussee. 1639 entstanden durch Schankgenehmigung für Hans Wiese, (Schlag-) Baumwärter an der >Pinnaubrücke. 1727 Erwerb seines Hofes durch Johann Gätjens. 1728 bekommt Hans Kistenmacher die Aufsicht über den (Zoll-) Schlagbaum und damit Schankberechtigung von Amts wegen. Danach verschiedene Besitzer: 1729 Joachim Glückstadt, 1732 Johann Timme, 1733 Henning Mohr, 1736 Harm Reichardt, 1739 Ww. Engel Reichardt (∞ Dirk Köhnke), 1763 Holzvogt Hinrich Hagen. 1788 heiratet seine Witwe Anna (geb. Reichardt) Johann Sommer. 1832 wird die neue >Chaussee Altona-Kiel westlich des Hofes Sommer mit dem Schmuggler-Kneipe genannten Ausschank verlegt und ein separates >Einnehmerhaus gebaut. 1876 wird Johann Hinrich >Hagen (†1918) als Eigentümer genannt. 1892 Totalverlust durch Brand, Aufgabe des Hofes und Neubau mit regulärer Gaststätte durch Sohn Martin >Hagen (†1927) an der anderen (westlichen) Seite der Chaussee Altona-Kiel / Einmündung Barmstedter Straße. Der Gaststätte wird zu dieser Zeit der Name Bilsener Wohld gegeben, zeitweise auf Postkarten auch als Zum Bilsener Wohld, Hagens Gasthof oder Thomsens Gasthof bezeichnet. B. ist von 1927 bis 1929 Eigentum der Witwe Hagen, danach des Schlachters Julius Thomsen. Ende der 1960er Jahre wird der Ausschank aufgegeben und nur noch Landwirtschaft betrieben. 2020 befindet sich der Schriftzug Bilsener Wohld noch am Gebäude.

Birkenallee. Ab 2019 werden neben anderen auch die Flächen der vormaligen Baumschule Ernst Krüger an der B. planiert und durch die Firma Schaffarzyk KG mit Mehrfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern sowie einer Kita bebaut.

Blumenviertel, Neubaugebiet mit etwa 160 Baugrundstücken im sog. Bermuda-Dreieck – das Areal war wegen komplizierter Eigentumsverhältnisse schwierig zu entwickeln – zwischen >Friedrichsgaber Straße und Lerchen-weg, südlich der >Bahnstraße auf den historischen Fluren Beym Schwartmohr und Ellerauer Heyde. Die Stra- ßennamen sind nach Blumen gewählt. Erster Spatenstich: 2013.

Bock, Wulf Hinrich, erster >Moorvogt, bezieht 1858 das neu erbaute Haus am späteren Dyrsenweg 2.

Bönningstedt. 1369 erste urkundliche Erwähnung. Seit 2013 ist die Stadt Quickborn Verwaltungsdienstleister für die Gemeinde B.

Börn, historische Viehtränke an der Einmündung der >Schulstraße in den >Harksheider Weg, wahrscheinlich natürliche Bodensenke. Die B. ist vermutlich seit Beginn der Besiedlung innerörtlich genutzt worden und wird den Namen „Queckbörn“ gehabt haben. (Queck - altdeutsch auch für die lebende Habe [Vieh] des Bauern und Börn - niederdeutsch für Tränke, bzw. als Verb = tränken). Im 13. Jh. wird Queckbörn wohl zum Namensgeber für den 1323 erstmalig erwähnten Siedlungsplatz Quickborn und führt danach zur Entstehung des gleichlautenden Familiennamens. 1911 ist die B. versandet und wird zugeschüttet, nachdem eine Nutzung als Feuerlöschteich verworfen worden ist. Der Name >Quickbornstraße erinnerte von 1928-1933 an die ehemalige Bedeutung der B.

Börnplatz, begrünte Verkehrsinsel an der Stelle der zugeschütteten >Börn zwischen den beiden Armen der >Schulstraße an der Einmündung in den >Harksheider Weg.

Bohrturm, (Erdöl-), 1938 errichtet an der >Pinneberger Straße am Ortseingang >Renzels. 1940 wird der Versuch mangels Erfolges aufgegeben. Demontage des B. 1954 Bau eines weiteren B. am Pinnauweg, Aufgabe noch in demselben Jahr bei einer Bohrtiefe von 2000 m.

Bornholdt, Bauernfamilie in >Renzel, gehört zeitweilig zu den größten Vollhufnern und Steuerzahlern in Quick-born. 1464 Hofstelle erstmalig erwähnt. 1660 heiratet Albert (I) B. aus Bilsen auf den Hof Kröger, seine Nachfolger sind: 1707 Sohn Paul, 1720 dessen Sohn Albert (II), 1764 Ww. Anna Catharina B., 1774 Sohn Albrecht, 1780 Sohn Hans, 1814 Sohn Albert (III), 1856 Sohn Albert (IV), 1892 Sohn Albert V (1867-1954). Er ist 1895 Mitbegründer der SpaDaKa und acht Jahre Mitglied des Aufsichtsrats, er hat 38 Jahre lang Mandate in der Kirchengemeinde inne, davon 13 Jahre im Kirchenvorstand. Sein Sohn Albert (VI) fällt im WK II. 1923 führen Tochter Amanda Agnes und Ehemann Ernst Warncke den Betrieb weiter, 1961 Sohn Albert Warncke, 2002 Sohn Uwe Warncke. 2021 einziger Hof mit Milchkühen in Renzel.

Borre, Carolus van den, (1893–1974), genannt Karl, kommt als belgischer >Kriegsgefangener nach >Renzel, wird 1920 Schwiegersohn und vor 1945 Nachfolger von F. >Schramm, dem Wirt des Gasthofs >Zum Grünen Jäger in Renzel. Als belgischer Staatsbürger erhält B. 1945 von der britischen Militärregierung die erste Lizenz für Tanzveranstaltungen in Quickborn und hat regen Zulauf.

Borre, Hendrik van den, (1922-1985, genannt Henry), Feinmechaniker, Sohn des Gastwirts Carolus B., betreibt bis 1954 kurzzeitig die Gastwirtschaft >Zum Grünen Jäger in >Renzel und übernimmt dann die Kfz-Werkstatt Ernst Karl >Erlers in der ehemaligen Gaststätte >Schützenhof, Kieler Straße 11. Er betreibt dort eine Ford-Werkstatt und BP-Tankstelle. B. ist aktives Mitglied des >Schützenvereins Quickborn-Renzel von 1928 e. V. und 1954, 1962 und 1968 Schützenkönig. 1979 wird die Liegenschaft von der Firma Rybin Bau KG erworben. Das